Wie viel Rücklagen sollte man haben?
Stand: 28. September 2026
Kurz gesagt
Mindestens vier volle Monatsausgaben, bei Selbstständigkeit oder schwankendem Einkommen mindestens acht. Entscheidend sind deine Ausgaben, nicht dein Gehalt. Das Geld liegt auf einem Tagesgeldkonto, jederzeit verfügbar und getrennt vom Alltag. Aufgebaut wird dieser Puffer, sobald keine Schulden mehr laufen.
Wo stehst du? Stufe 3: Puffer
Die übliche Antwort lautet: drei bis sechs Monatsgehälter. Die Livito-Methode rechnet anders, und zwar genauer. Sie fragt nicht, was du verdienst, sondern was du zum Leben brauchst. Denn genau das muss eine Rücklage im Ernstfall abdecken.
Die Antwort: vier Monatsausgaben
Der Puffer der Livito-Methode beträgt mindestens vier volle Monatsausgaben. Bei Selbstständigkeit oder schwankendem Einkommen sind es mindestens acht. Mehr dazu in Rücklagen für Selbstständige.
Warum Ausgaben und nicht Gehalt? Weil beides weit auseinanderliegen kann. Wer 3.000 Euro netto verdient und 2.200 Euro im Monat ausgibt, braucht für vier Monate 8.800 Euro, nicht 12.000. Umgekehrt reicht bei hohen Fixkosten ein Vielfaches des Gehalts oft nicht so weit, wie es klingt.
So rechnest du deine Monatsausgaben
Zu den Monatsausgaben gehört alles, was du in einem normalen Monat ausgibst:
- Feste Kosten: Miete oder Rate, Nebenkosten, Versicherungen, Verträge, Mobilität.
- Laufende Kosten: Lebensmittel, Drogerie, Kleidung, Freizeit.
- Jährliche Kosten anteilig: Kfz-Versicherung, Jahresbeiträge, Urlaub, geteilt durch zwölf.
Am ehrlichsten ist der Blick auf die Kontoauszüge der letzten drei Monate. Sparraten zählen nicht dazu, weil du sie im Ernstfall aussetzen würdest.
Ein Beispiel
Angenommen, deine Monatsausgaben liegen bei 1.800 Euro. Dein Puffer beträgt dann 7.200 Euro. Deinen Notgroschen von 1.500 Euro hast du schon, es fehlen also 5.700 Euro:
| Monatliche Sparrate | Zeit bis zum vollen Puffer |
|---|---|
| 300 € | 19 Monate |
| 500 € | 12 Monate |
| 800 € | 8 Monate |
Oft geht es schneller als gedacht. Sind die Schulden getilgt, werden die bisherigen Raten frei. Genau dieses Geld fließt jetzt in den Puffer.
Warum vier Monate?
Der Puffer ist für die großen Ereignisse da, die der Notgroschen nicht auffängt: ein Jobverlust, eine längere Krankheit, eine Trennung, eine teure Reparatur am Auto oder in der Wohnung. Beim Jobverlust zahlt das Arbeitslosengeld in der Regel 60 Prozent des vorherigen Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent. Die Lücke und die Wochen bis zur ersten Zahlung überbrückt der Puffer.
Vier Monate verschaffen dir vor allem eines: Zeit. Zeit, einen neuen Job zu suchen, statt den erstbesten zu nehmen. Zeit, in Ruhe zu entscheiden.
Welches Konto für Rücklagen?
Ein Tagesgeldkonto, getrennt vom Girokonto. Es ist täglich verfügbar, bringt Zinsen und ist bis 100.000 Euro pro Person und Bank über die gesetzliche Einlagensicherung in der EU geschützt. Du kannst Notgroschen und Puffer auf demselben Konto führen: Der Notgroschen ist einfach der erste Teil des Puffers.
Nicht geeignet sind:
- das Girokonto, weil das Geld dort im Alltag verschwindet.
- ein Depot, weil Kurse genau dann fallen können, wenn du das Geld brauchst.
- Festgeld mit langer Laufzeit, weil du nicht rechtzeitig herankommst.
So sieht es die Livito-Methode
Der Puffer ist kein Vermögen, sondern eine Versicherung, die du dir selbst ausstellst. Mindestens vier Monatsausgaben auf dem Tagesgeld, bei schwankendem Einkommen acht. Erst wenn er steht, beginnt die Altersvorsorge. So musst du im Notfall nie an das Geld, das langfristig für dich arbeiten soll.
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So rechnest du das für deine eigenen Zahlen durch.
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Steht dein Puffer, kann das Geld für die Zukunft arbeiten. Wie viel du dafür zurücklegen solltest, liest du hier.
Wie viel sollte ich für die Rente sparen?Häufige Fragen
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit: Arbeitslosengeld, Höhe und Berechnung
- Einlagensicherungsgesetz (EinSiG), § 8
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