Rücklagen für Selbstständige: warum acht Monate

Stand: 28. September 2026

Kurz gesagt

Selbstständige und alle mit schwankendem Einkommen brauchen einen doppelt so großen Puffer: mindestens acht Monatsausgaben. Das Geld fürs Finanzamt gehört nicht dazu. Es liegt auf einem eigenen Konto und wird von jeder Zahlung sofort abgezogen. Erst was danach übrig bleibt, ist dein Einkommen.

Wo stehst du? Stufe 3: Puffer

Angestellte haben ein festes Gehalt, Kündigungsfristen und Anspruch auf Arbeitslosengeld. Selbstständige haben meist nichts davon. Ein Auftrag fällt weg, ein Kunde zahlt drei Monate zu spät, die Nachfrage bricht für ein halbes Jahr ein. Deshalb braucht ihr Puffer eine andere Größe.

Die Antwort: acht Monatsausgaben

Die Livito-Methode empfiehlt bei fester Anstellung mindestens vier Monatsausgaben als Puffer, bei Selbstständigkeit oder schwankendem Einkommen mindestens acht. Das gilt auch für Freiberufler:innen, Künstler:innen, Menschen mit Provisions- oder Saisoneinkommen und alle, deren Einnahmen stark von Monat zu Monat schwanken.

Gemeint sind deine privaten Ausgaben, nicht die Kosten deines Geschäfts. Bei Selbstständigen gehören dazu allerdings auch Kranken- und Pflegeversicherung, die Angestellte über das Gehalt zahlen.

Private MonatsausgabenPuffer bei 8 Monaten
1.800 €14.400 €
2.500 €20.000 €
3.500 €28.000 €

Das sind große Beträge. Niemand muss sie in einem Jahr erreichen. Wichtig ist, dass der Puffer mit jedem guten Monat wächst.

Die Steuerrücklage kommt obendrauf

Der häufigste Fehler: Das Geld für Einkommensteuer und gegebenenfalls Umsatzsteuer liegt auf dem Geschäftskonto und fühlt sich an wie eigenes. Dann kommt die Nachzahlung für das vorletzte Jahr, gleichzeitig mit den erhöhten Vorauszahlungen, und der Puffer ist weg.

Die Livito-Methode trennt deshalb sauber:

  • Steuerkonto: Von jeder Zahlung geht sofort ein fester Anteil hierhin. Wie hoch er sein sollte, hängt von deinem Einkommen ab. Lege ihn gemeinsam mit deiner Steuerberatung fest und lieber etwas zu hoch als zu niedrig. Eingenommene Umsatzsteuer kommt vollständig dazu, sie gehört nie dir.
  • Puffer: acht Monatsausgaben auf einem eigenen Tagesgeldkonto.
  • Privatkonto: Du zahlst dir jeden Monat einen festen Betrag aus, wie ein Gehalt. In guten Monaten bleibt der Rest auf dem Geschäftskonto, in schwachen gleicht es aus.

Das feste Monatsgehalt an dich selbst ist der eigentliche Hebel. Es macht aus einem schwankenden Einkommen ein planbares.

So baust du den Puffer auf

Sind Notgroschen und Schulden erledigt, fließt alles, was nach Steuerrücklage und deinem festen Gehalt übrig bleibt, in den Puffer. Gerade Selbstständige haben oft einzelne starke Monate. Nutze sie. Ein großer Auftrag, der zur Hälfte in den Puffer geht, bringt dich schneller voran als jede kleine Sparrate.

So sieht es die Livito-Methode

Acht Monatsausgaben, eine getrennte Steuerrücklage und ein festes Gehalt an dich selbst. Diese drei Dinge verwandeln die Unsicherheit der Selbstständigkeit in einen planbaren Alltag. Erst danach beginnt die Altersvorsorge. Ohne betriebliche Altersvorsorge teilst du sie auf je 6 Prozent Altersvorsorgedepot und freie ETFs auf.

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Der nächste Schritt

Ohne Arbeitgeber gibt es keine betriebliche Altersvorsorge. Wie Selbstständige ihre Altersvorsorge nach der Livito-Methode aufteilen, liest du hier.

Altersvorsorge mit System: die 12-Prozent-Regel

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