Altersvorsorgedepot 2027: Förderung, Regeln und für wen es sich lohnt

Stand: 29. September 2026

Kurz gesagt

Das Altersvorsorgedepot (AVD) startet am 1. Januar 2027 und löst die Riester-Rente ab. Der Staat legt auf die ersten 360 Euro im Jahr 50 Prozent obendrauf, auf weitere Beiträge bis 1.800 Euro 25 Prozent, dazu bis zu 300 Euro pro Kind. Besonders lohnt es sich bei kleinen Beiträgen, für Familien und erstmals auch für Selbstständige.

Wo stehst du? Stufe 4: Altersvorsorge

Das Altersvorsorgedepot ist die größte Änderung bei der privaten Altersvorsorge seit Einführung der Riester-Rente. Bundestag und Bundesrat haben die Reform im Frühjahr 2026 beschlossen, am 1. Januar 2027 geht es los. Hier findest du die Regeln im Überblick und eine ehrliche Einordnung, für wen es sich lohnt.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das AVD ist ein Wertpapierdepot für den Ruhestand, auf das der Staat Zulagen einzahlt. Anders als bei vielen Riester-Verträgen musst du keine Garantie kaufen. Du kannst breit gestreute Fonds und ETFs wählen, die langfristig mehr Renditechance haben. Einzelaktien und Kryptowährungen sind ausgeschlossen.

Es gibt drei Varianten:

  • Selbst verwaltetes Depot: Du wählst die Fonds und ETFs selbst aus, ohne Garantie.
  • Standarddepot: Für alle, die sich nicht selbst kümmern wollen. Die Kosten sind gesetzlich auf höchstens 1 Prozent im Jahr begrenzt.
  • Garantieprodukte: Mit einer Garantie auf 80 oder 100 Prozent der Einzahlungen, dafür mit weniger Renditechance.

Die Förderung im Überblick

BausteinHöheBedingung
Grundzulage, Stufe 150 % auf die ersten 360 € im Jahrbis 180 € Zulage
Grundzulage, Stufe 225 % auf weitere Beiträge bis 1.800 € im Jahrbis 360 € Zulage
Kinderzulage1 € je Euro Eigenbeitrag, bis 300 € pro Kind und Jahrfür Kinder mit Kindergeldanspruch, ein Elternteil erhält sie
Berufseinsteigerbonuseinmalig 200 €unter 25 Jahren bei Abschluss
SteuerSonderausgabenabzug bis 1.800 € zuzüglich Zulagenwird vom Finanzamt geprüft

Die Grundzulage beträgt also höchstens 540 Euro im Jahr, erreicht bei 150 Euro Eigenbeitrag im Monat. Einzahlen darfst du ab 120 Euro im Jahr, also 10 Euro im Monat. Nach oben geht es bis 6.840 Euro im Jahr, auch der Teil über 1.800 Euro bleibt während der Ansparphase steuerlich begünstigt, bekommt aber keine Zulage mehr.

Ein Beispiel: Bei 78 Euro im Monat zahlst du 936 Euro im Jahr ein. Die Grundzulage beträgt 180 Euro plus 144 Euro, zusammen 324 Euro. Hast du zwei Kinder, kommen 600 Euro Kinderzulage dazu. Deine eigenen 936 Euro werden damit fast verdoppelt. Deine eigenen Zahlen rechnest du mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner durch.

Wer das AVD nutzen kann

Direkt gefördert werden Arbeitnehmer:innen und Auszubildende, Beamt:innen, Menschen in Arbeitslosigkeit oder im Bürgergeldbezug, Minijobber:innen ohne Befreiung und neu auch Selbstständige, die eine Steuererklärung abgeben. Für Selbstständige ist das die erste staatlich geförderte private Altersvorsorge dieser Art.

Ehepartner:innen ohne eigenen Anspruch können über ihre Partnerin oder ihren Partner mittelbar gefördert werden, wenn sie mindestens 120 Euro im Jahr selbst einzahlen.

Steuern und Auszahlung

Während der Ansparphase fallen auf Gewinne im Depot keine laufenden Steuern an. Besteuert wird erst die Auszahlung im Ruhestand, dann mit deinem persönlichen Steuersatz, der im Alter meist niedriger ist als im Berufsleben.

Ausgezahlt wird ab Rentenbeginn, als Auszahlungsplan oder als lebenslange Rente. Bis zu 30 Prozent des Kapitals darfst du zu Beginn des Ruhestands auf einmal entnehmen. Vorher an das Geld zu gehen ist förderschädlich: Du müsstest Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Ausnahme ist das eigene Zuhause. Für Kauf, Bau oder energetische Sanierung darfst du früher entnehmen.

Für wen sich das AVD lohnt

  • Für kleine Beiträge: Bei 30 Euro im Monat legt der Staat 50 Prozent drauf. Kaum eine andere Förderung ist so hoch.
  • Für Familien: Mit der Kinderzulage kann sich der eigene Beitrag bis 300 Euro im Jahr pro Kind verdoppeln.
  • Für Selbstständige: Sie bekommen zum ersten Mal einen direkten Zugang zu dieser Förderung.
  • Für alle mit Geduld: Wer 20, 30 oder 40 Jahre Zeit hat, profitiert doppelt, weil auch die Zulagen mitwachsen.

Die Nachteile

  • Bindung bis zur Rente: Das Geld ist für den Ruhestand gedacht. Wer es früher braucht, verliert die Förderung.
  • Besteuerung im Alter: Die Steuer wird nur verschoben, nicht erlassen.
  • Neues Produkt: Welche Anbieter mit welchen Kosten starten, zeigt sich erst ab Januar 2027. Beim selbst verwalteten Depot gibt es keinen Kostendeckel.
  • Kein Ersatz für ein Depot mit freiem Zugriff: Für Geld, an das du vor der Rente heranmusst, brauchst du etwas anderes.

Worauf du bei der Anbieterwahl achten solltest, liest du im Artikel Altersvorsorgedepot-Anbieter. Wenn du schon einen Riester-Vertrag hast, hilft Riester und Altersvorsorgedepot.

So sieht es die Livito-Methode

Das AVD ist einer von drei Bausteinen der Altersvorsorge. Nach der 4/4/4-Regel fließen 4 Prozent deines Nettoeinkommens ins AVD, je 4 Prozent in die betriebliche Altersvorsorge und in freie ETFs. Wer keine betriebliche Altersvorsorge hat, teilt 6 Prozent AVD und 6 Prozent freie ETFs auf. Das AVD ist also nicht die ganze Lösung, aber der Baustein mit der höchsten Förderung.

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Der nächste Schritt

Wie viel Förderung du mit deinem Beitrag, deinen Kindern und deinem Alter bekommst, rechnest du im kostenlosen Altersvorsorgedepot-Rechner aus.

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Häufige Fragen

Quellen

  • Bundesministerium der Finanzen: FAQ zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge, Stand Mai 2026
  • Altersvorsorgereformgesetz, beschlossen vom Bundestag im März 2026 und vom Bundesrat im Mai 2026

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