Altersvorsorgedepot-Anbieter: worauf du achten solltest
Stand: 28. September 2026
Kurz gesagt
Den besten Anbieter für alle gibt es nicht, aber klare Kriterien. Am wichtigsten sind die Kosten: Im Idealfall zahlst du für Depot und Fonds nichts oder nicht mehr als 0,3 Prozent im Jahr. Dazu kommen die passende Variante, breite und günstige ETFs, ein automatischer Zulagenantrag und ein Wechsel ohne hohe Gebühren.
Wo stehst du? Stufe 4: Altersvorsorge
Banken, Neobroker, Fondsgesellschaften und Versicherer haben für den 1. Januar 2027 Angebote für das Altersvorsorgedepot angekündigt. Entsprechend groß ist die Werbung. Die Livito-Methode empfiehlt keinen einzelnen Anbieter und verdient an keinem. Hier findest du die Punkte, mit denen du jedes Angebot selbst prüfen kannst.
1. Die Kosten
Über 30 oder 40 Jahre entscheiden die Kosten mehr über dein Ergebnis als fast alles andere. Achte auf drei Posten:
- Depot- oder Vertragsgebühr: Was kostet die Führung des Altersvorsorgedepots im Jahr?
- Fondskosten: Die laufenden Kosten der ETFs oder Fonds, oft als TER angegeben.
- Einmalige Kosten: Abschlusskosten, Ausgabeaufschläge, Gebühren pro Sparplanausführung.
Im Idealfall liegen alle Kosten zusammen unter 0,3 Prozent im Jahr. Wie viel das ausmacht: Bei 78 Euro im Monat, 30 Jahren und 5 Prozent Modellrendite kostet jeder zusätzliche Prozentpunkt an Kosten rund ein Sechstel des Endkapitals.
2. Die Variante
Beim AVD wählst du zwischen drei Formen:
| Variante | Für wen | Kosten |
|---|---|---|
| Selbst verwaltetes Depot | Wer ETFs selbst auswählen will | kein gesetzlicher Deckel, oft am günstigsten |
| Standarddepot | Wer sich nicht kümmern will | gesetzlich höchstens 1 Prozent im Jahr |
Für viele Jahre bis zur Rente ist ein selbst verwaltetes Depot mit breiten ETFs meist die günstigste Lösung. Das Standarddepot ist eine gute Wahl, wenn du keine eigene Auswahl treffen willst.
3. Die Auswahl an ETFs
Prüfe, ob der Anbieter breit gestreute, günstige Aktien-ETFs anbietet, die Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern abbilden. Eine riesige Auswahl brauchst du nicht. Wichtig ist, dass die zwei oder drei ETFs dabei sind, die du wirklich willst.
4. Der Zulagenantrag
Die Zulagen kommen nicht von selbst. Frag, ob der Anbieter die Zulage jedes Jahr automatisch für dich beantragt, und prüfe, ob der Vertrag als geförderter Altersvorsorgevertrag zertifiziert ist. Nur dann gibt es die Förderung.
5. Flexibilität beim Sparplan
Du solltest den Beitrag jederzeit erhöhen, senken oder aussetzen können, ohne Gebühren. Der gesetzliche Mindestbeitrag liegt bei 10 Euro im Monat. Achte darauf, dass der Anbieter nicht mehr verlangt.
6. Wechsel und Auszahlung
Ein Anbieterwechsel ist gesetzlich möglich, in der Ansparphase und zu Beginn der Auszahlung. Frag, was ein Wechsel kostet. Und schau, welche Auszahlungsformen der Anbieter später anbietet: Auszahlungsplan, lebenslange Rente oder beides.
7. Seriosität und Bedienung
Der Anbieter sollte in Deutschland oder der EU beaufsichtigt sein. Und die Bedienung sollte so einfach sein, dass du dich nicht jeden Monat damit beschäftigen musst. Das AVD soll im Hintergrund laufen.
So sieht es die Livito-Methode
Günstig, breit gestreut, automatisch. Die Livito-Methode empfiehlt keinen Anbieter, sondern Kriterien: Kosten unter 0,3 Prozent im Jahr, ein selbst verwaltetes Depot mit breiten ETFs oder das Standarddepot, ein automatischer Zulagenantrag. Dann läuft das AVD mit 4 Prozent deines Nettoeinkommens im Hintergrund, und du musst nicht mehr daran denken.
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Du hast schon einen ETF-Sparplan? Dann lies, wie Altersvorsorgedepot und freies Depot in der Livito-Methode zusammenspielen.
AVD oder ETF-Sparplan weiterführen?Häufige Fragen
Quellen
- Bundesministerium der Finanzen: FAQ zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge, Stand Mai 2026
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