AVD oder ETF-Sparplan weiterführen?

Stand: 28. September 2026

Kurz gesagt

Beides, mit unterschiedlichen Aufgaben. Dein bestehender ETF-Sparplan läuft weiter und bleibt dein flexibles Geld. Das Altersvorsorgedepot kommt ab 2027 neu dazu, weil du dort bis 150 Euro im Monat staatliche Zulagen bekommst. Verkaufen musst du nichts, denn ein bestehendes Depot lässt sich ohnehin nicht umwandeln.

Wo stehst du? Stufe 4: Altersvorsorge

Viele, die schon einen ETF-Sparplan haben, fragen sich gerade: Soll ich auf das Altersvorsorgedepot umsteigen? Oder lohnt sich das nicht, weil ich ja schon in ETFs spare? Die Antwort der Livito-Methode ist klar: Es geht nicht um entweder oder. Die beiden Depots haben unterschiedliche Aufgaben.

Der Unterschied auf einen Blick

Altersvorsorgedepot (AVD)Freier ETF-Sparplan
Staatliche Zulagebis 540 € im Jahr, plus Kinderzulagekeine
Steuern in der AnsparphasekeineAbgeltungsteuer auf Ausschüttungen und Gewinne über dem Sparerpauschbetrag, dazu die Vorabpauschale
Steuern bei Auszahlungpersönlicher Steuersatz im RuhestandAbgeltungsteuer beim Verkauf
Zugriff vor der Rentenur förderschädlich, Ausnahme Wohneigentumjederzeit
Anlagebreite Fonds und ETFs, keine Einzelaktienfrei
Beitrag10 bis 570 € im Monatfrei

Das AVD ist stärker gefördert, aber gebunden. Der freie Sparplan ist ungefördert, aber flexibel. Genau deshalb brauchst du beide.

Was mit deinem bestehenden Depot passiert

Nichts. Ein bestehendes ETF-Depot lässt sich nicht in ein Altersvorsorgedepot umwandeln, und das ist auch nicht nötig. Es läuft weiter, und in der Livito-Methode ist es der dritte Baustein der Altersvorsorge: die freien ETFs.

Verkaufen, um das Geld ins AVD zu stecken, lohnt sich in der Regel nicht. Auf Kursgewinne würden Steuern fällig, und gefördert werden ohnehin nur die laufenden Beiträge bis 1.800 Euro im Jahr, nicht eine große Einmalzahlung.

Wie du die Beiträge aufteilst

Die Frage ist also nicht, welches Depot, sondern wie viel wohin. Die Livito-Methode teilt 12 Prozent deines Nettoeinkommens auf drei Bausteine:

Ohne betriebliche Altersvorsorge sind es je 6 Prozent AVD und freie ETFs.

Ein Beispiel: Du sparst heute 150 Euro im Monat in einen ETF-Sparplan und hast keine bAV. Ab 2027 lenkst du 75 Euro ins AVD und lässt 75 Euro im freien Sparplan. Aus den 75 Euro im AVD werden durch die Zulage 101,25 Euro im Monat, ohne dass du mehr einzahlst.

Warum sich der Umbau lohnt

Die ersten Euro im AVD sind die am stärksten geförderten. Auf die ersten 30 Euro im Monat legt der Staat 50 Prozent drauf, bis 150 Euro im Monat noch 25 Prozent. Kein normaler Sparplan kann das zuverlässig erwirtschaften. Wer schon für die Rente spart, bekommt durch eine Umverteilung also mehr heraus, ohne mehr auszugeben.

Beträge über 150 Euro im Monat bekommen im AVD keine Zulage mehr. Sie bleiben dort steuerlich begünstigt, sind aber gebunden. Für diesen Teil ist der freie Sparplan meist die bessere Wahl, weil er dir Zugriff lässt.

So sieht es die Livito-Methode

Das freie Depot bleibt, das AVD kommt dazu. Beide sind Teil deiner Altersvorsorge, aber mit unterschiedlicher Aufgabe: Das AVD holt die Förderung ab, das freie Depot hält dir die Tür offen, etwa für ein eigenes Zuhause. Wichtig ist nur, dass auch das freie Depot nicht für das nächste Auto gedacht ist. Es bleibt Vorsorge.

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Der nächste Schritt

Wie viel du insgesamt für die Rente zurücklegen solltest und wie sich das auf die Töpfe verteilt, liest du hier.

Wie viel sollte ich für die Rente sparen?

Häufige Fragen

Quellen

  • Bundesministerium der Finanzen: FAQ zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge, Stand Mai 2026
  • Einkommensteuergesetz, § 20 (Kapitalerträge) und Investmentsteuergesetz (Vorabpauschale, Teilfreistellung)

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