Wie hoch sollte der Notgroschen sein?

Stand: 29. September 2026

Kurz gesagt

Starte mit 1.500 Euro auf einem Tagesgeldkonto. Das reicht für die typischen Notfälle wie eine kaputte Waschmaschine oder eine Autoreparatur und ist auch mit wenig Einkommen erreichbar. Die oft genannten drei bis sechs Monatsgehälter kommen später, als Puffer von mindestens vier Monatsausgaben, sobald keine Schulden mehr laufen.

Wo stehst du? Stufe 1: Notgroschen

Fast jeder Ratgeber empfiehlt drei bis sechs Monatsgehälter als Notgroschen. Das ist nicht falsch, aber für viele Menschen so weit weg, dass sie gar nicht erst anfangen. Die Livito-Methode teilt das Ziel deshalb in zwei Schritte: einen kleinen Notgroschen sofort und einen großen Puffer später.

Die Antwort: 1.500 Euro

Der erste Notgroschen der Livito-Methode beträgt 1.500 Euro. Das ist genug für die Momente, die jede:r kennt: die Waschmaschine gibt auf, das Auto muss in die Werkstatt, beim Zahnarzt fällt eine Zuzahlung an. Ohne Rücklage landen solche Ausgaben im Dispo oder auf der Kreditkarte. Mit 1.500 Euro sind sie ärgerlich, aber kein Problem.

Gleichzeitig ist der Betrag klein genug, um in absehbarer Zeit erreichbar zu sein:

Monatliche SparrateZeit bis 1.500 Euro
50 €30 Monate
100 €15 Monate
150 €10 Monate
250 €6 Monate

Warum nicht gleich drei bis sechs Monatsgehälter?

Weil die Reihenfolge wichtiger ist als die Höhe. Wer noch einen Dispo oder Ratenkredite hat, zahlt darauf meist deutlich mehr Zinsen, als ein Tagesgeldkonto bringt. Monatelang Geld zurückzulegen, während die Schulden weiter Zinsen kosten, ist teuer.

Die Livito-Methode geht deshalb so vor:

  1. Notgroschen: 1.500 Euro.
  2. Schulden: alle Schulden außer einer Immobilienfinanzierung tilgen.
  3. Puffer: den Notgroschen auf mindestens vier Monatsausgaben ausbauen, bei schwankendem Einkommen mindestens acht.

Der große Puffer kommt also, nur eben nach den Schulden. Wie hoch er bei dir sein sollte, steht in Wie viel Rücklagen sollte man haben?

Was als Notfall zählt

Ein Notfall ist eine Ausgabe, die unerwartet kommt, nicht verschoben werden kann und nötig ist. Die Waschmaschine gehört dazu, der Urlaub nicht. Ein Sonderangebot auch nicht.

Nutzt du den Notgroschen, hat eines Vorrang vor allem anderen: ihn wieder aufzufüllen. Erst wenn die 1.500 Euro wieder stehen, geht es mit dem nächsten Ziel weiter.

Wo der Notgroschen liegt

Auf einem eigenen Tagesgeldkonto, getrennt vom Girokonto. So ist er jederzeit verfügbar, aber nicht im Alltag sichtbar. Nicht im Depot, weil Kurse genau dann fallen können, wenn du das Geld brauchst. Und nicht als Dauerbestand auf dem Girokonto, weil es dort unbemerkt im Alltag verschwindet.

So sieht es die Livito-Methode

Erst 1.500 Euro, dann die Schulden, dann der große Puffer. Der kleine Notgroschen ist kein Kompromiss, sondern die Grundlage für alles andere: Er sorgt dafür, dass du beim nächsten Notfall nicht wieder von vorne anfängst. Und er ist ein Ziel, das man in Monaten erreicht, nicht in Jahren.

Passender Rechner

Notgroschen-Rechner

So rechnest du das für deine eigenen Zahlen durch.

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Der nächste Schritt

Du hast Schulden und fragst dich, ob du trotzdem erst sparen sollst? Die Antwort und die richtige Reihenfolge liest du hier.

Erst Schulden tilgen oder erst sparen?

Häufige Fragen

Quellen

  • Die Livito-Methode, Stufe 1: Der Notgroschen

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