Altersvorsorgedepot im Vergleich: Stand vor dem Start
Stand: 2. November 2026
Kurz gesagt
Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027. Viele Anbieter haben ihre Kosten schon angekündigt, die Spanne reicht von 0 bis rund 1 Prozent im Jahr. Zertifiziert ist aber noch keines, und das staatliche Standarddepot hat noch keinen Termin. Ein erster Blick lohnt sich, entscheiden musst du noch nicht.
Wo stehst du? Stufe 4: Altersvorsorge
In zwei Monaten startet das Altersvorsorgedepot (AVD). Banken, Neobroker und Fondsgesellschaften werben schon jetzt um dich, mit Wartelisten, Startprämien und dem Versprechen, besonders günstig zu sein. Da ist es verständlich, wenn du dich fragst: Muss ich mich jetzt entscheiden?
Die kurze Antwort: nein. Aber es lohnt sich, den Stand zu kennen. Hier findest du, was feststeht, was noch offen ist und was die Anbieter bisher ankündigen. Stand ist Ende Oktober 2026, wir aktualisieren den Artikel, sobald sich etwas Wichtiges ändert.
Was beschlossen ist
Das Altersvorsorgereformgesetz ist seit Mai 2026 in Kraft. Am 1. Januar 2027 startet das AVD und löst die Riester-Rente für neue Verträge ab. Die Förderung steht fest: 50 Prozent Zulage auf die ersten 360 Euro im Jahr, 25 Prozent auf weitere Beiträge bis 1.800 Euro, dazu bis zu 300 Euro pro Kind. Alle Regeln im Detail stehen in Altersvorsorgedepot 2027.
Wichtig für den Vergleich: Jeder Anbieter muss neben seinen eigenen Varianten auch ein Standarddepot anbieten. Das ist ein einfaches Depot mit wenigen Fonds für alle, die sich nicht selbst kümmern wollen. Seine Kosten sind auf höchstens 1 Prozent im Jahr begrenzt. Für die frei gestalteten Depots gibt es diesen Deckel nicht.
Was noch offen ist
- Zertifizierung: Fördern lässt sich nur ein Vertrag, den das Bundeszentralamt für Steuern zertifiziert hat. Anfang Oktober war laut finanzfacts noch kein AVD zertifiziert, die Zertifikate gelten ab dem 1. Januar 2027. Alle Konditionen stehen deshalb unter Vorbehalt.
- Das staatliche Standarddepot: Neben den privaten Anbietern soll es ein öffentlich organisiertes Standarddepot geben. Dafür gibt es bisher weder einen Träger noch einen Starttermin, wie Börse Online unter Berufung auf eine Antwort des Bundesfinanzministeriums berichtet. Am Start der privaten Angebote ändert das nichts.
- Die Frühstart-Rente: Der Bundestag hat sie am 16. Oktober 2026 beschlossen, die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus. Mehr dazu in Frühstart-Rente.
Was die Anbieter bisher ankündigen
Die folgende Übersicht zeigt einige Anbieter, die ihre Kosten bereits genannt haben. Sie ist keine Empfehlung und keine Rangliste. Die Livito-Methode verdient an keinem dieser Anbieter. Grundlage sind die Übersichten von finanzfacts und Handelsblatt, Stand Ende Oktober 2026.
| Anbieter | Depot und Sparplan | Laufende Kosten laut Ankündigung |
|---|---|---|
| Trade Republic | 0 € | Fondskosten werden bei rund 50 ETFs erstattet, ohne angekündigtes Enddatum |
| Scalable Capital | 0 € | Fondskosten werden bei einer Liste ausgewählter ETFs erstattet, Standarddepot höchstens 0,15 % nach der Aktionsphase |
| flatex | 0 € | Fondskosten 5 Jahre erstattet, danach höchstens 0,07 % |
| Deka | 0 € | Standarddepot 0,1 % im Jahr |
| ING | 0 € | Standarddepot 0,20 % im Jahr |
| DWS, Deutsche Bank, Postbank | im Entgelt enthalten | 0,10 % in den ersten zwei Jahren, danach 0,28 % |
| Union Investment | kein Ausgabeaufschlag | 0,55 bis 1,0 % im Jahr |
Was die Übersicht zeigt: Die Unterschiede sind groß. Zwischen null und einem Prozent im Jahr klingt nach wenig. Über 30 Jahre kann ein Prozentpunkt an Kosten aber rund ein Sechstel deines Endkapitals ausmachen.
Lohnt sich jetzt schon ein Vergleich?
Als Orientierung ja, als Entscheidung noch nicht. Ein paar Dinge helfen dir beim Einordnen:
- Schau auf die Zeit nach der Aktion. Viele Angebote erstatten die Fondskosten nur für ein, drei oder fünf Jahre. Entscheidend für dich sind die Kosten über Jahrzehnte, nicht im ersten Jahr.
- Startprämien sind klein. 50 Euro Bonus sind schön, aber schnell aufgezehrt, wenn die laufenden Kosten höher liegen.
- Beratung ist selten kostenlos. Einige Vertriebe werben mit kostenloser Beratung. Die Provision steckt dann meist in den laufenden Produktkosten und wird über die ganze Laufzeit mitbezahlt.
- Eine Vormerkung ist noch kein Vertrag. Wartelisten verpflichten dich zu nichts. Abschließen kannst du erst ab Januar, wenn die Verträge zertifiziert sind.
- Du hast Zeit. Die Zulage hängt von deinen Beiträgen im Kalenderjahr ab, nicht vom Tag des Abschlusses. Ein paar Wochen später anzufangen kostet dich deshalb nicht viel.
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät übrigens, auf das staatliche Standarddepot zu warten, weil es als Preisanker wirken könnte. Weil es dafür bisher keinen Termin gibt, ist das vor allem ein Argument, sich nicht drängen zu lassen.
Was du jetzt schon tun kannst
- Prüfen, ob du bereit bist. In der Livito-Methode kommt die Altersvorsorge erst, wenn keine Schulden mehr offen sind und dein Puffer steht. Geld im AVD ist bis zur Rente gebunden.
- Den Riester-Vertrag nicht vorschnell kündigen. Bestehende Verträge haben Bestandsschutz. Was du mit ihnen machen kannst, steht in Riester und Altersvorsorgedepot.
- Deine Kriterien festlegen. Günstig, breit gestreut, automatisch. Mit welchen sieben Fragen du jedes Angebot prüfst, steht in Altersvorsorgedepot-Anbieter: worauf du achten solltest.
- Deine Förderung ausrechnen. Mit dem kostenlosen Altersvorsorgedepot-Rechner siehst du, wie viel Zulage du mit deinem Beitrag bekommst.
So sieht es die Livito-Methode
Das AVD ist einer von drei Bausteinen deiner Altersvorsorge, nach der 4/4/4-Regel mit 4 Prozent deines Nettoeinkommens. Welcher Anbieter es wird, ist weniger wichtig als drei Eigenschaften: niedrige Kosten auf Dauer, breit gestreute ETFs und ein Sparplan, der automatisch läuft. Die Livito-Methode empfiehlt keinen Anbieter und verdient an keinem. Lass dich nicht drängen, vergleiche in Ruhe, sobald die Verträge zertifiziert sind.
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Mit welchen sieben Fragen du jedes Angebot selbst prüfen kannst, liest du hier.
Altersvorsorgedepot-Anbieter: worauf du achten solltestHäufige Fragen
Quellen
- finanzfacts: Altersvorsorgedepot Vergleich, Konditionsstand Oktober 2026
- Handelsblatt: Bestes Altersvorsorgedepot, der Vergleich
- Börse Online: Altersvorsorgedepot soll 2027 starten: Gerät das staatliche Depot ins Wanken?
- Deutsche Rentenversicherung: Frühstart-Rente im Bundestag beschlossen, 19. Oktober 2026
- Bundesministerium der Finanzen: FAQ zur Reform der privaten Altersvorsorge
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- Altersvorsorgedepot 2027: Förderung, Regeln und für wen es sich lohntDas Altersvorsorgedepot (AVD) startet am 1. Januar 2027 und löst die Riester-Rente ab. Der Staat legt auf die ersten 360 Euro im Jahr 50 Prozent obendrauf, auf weitere Beiträge bis 1.800 Euro 25 Prozent, dazu bis zu 300 Euro pro Kind. Besonders lohnt es sich bei kleinen Beiträgen, für Familien und erstmals auch für Selbstständige.
- Altersvorsorgedepot-Rechner: so viel Förderung bekommst duMit dem Rechner siehst du in wenigen Sekunden, wie viel staatliche Zulage du im Altersvorsorgedepot bekommst. Die höchste Förderquote gibt es bei kleinen Beiträgen: Auf 30 Euro im Monat legt der Staat 50 Prozent drauf. Mit Kindern kann sich dein Beitrag sogar fast verdoppeln.
- Riester und Altersvorsorgedepot: wechseln, behalten oder beides?Dein Riester-Vertrag läuft ab 2027 mit Bestandsschutz einfach weiter. Du kannst ihn aber auch ins neue Fördersystem wechseln oder das Guthaben in ein Altersvorsorgedepot übertragen, ohne die bisherige Förderung zurückzahlen zu müssen. Kündigen ist fast immer die schlechteste Wahl, weil dann Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen.