Buy now, pay later: Was ab 20. November neu gilt

Stand: 2. November 2026

Kurz gesagt

Ab dem 20. November 2026 gelten „Buy now, pay later“, Ratenkäufe und Kleinkredite unter 200 Euro auch rechtlich als Kredit, mit Kreditwürdigkeitsprüfung und Widerrufsrecht. Damit sagt das Gesetz, was es schon immer war: eine Schuld. Die Livito-Methode rät deshalb klar davon ab.

Wo stehst du? Stufe 2: Schuldenabbau

Ein Klick, und die neue Jacke ist bestellt. Bezahlt wird in 30 Tagen oder in drei bequemen Raten. „Später bezahlen“ fühlt sich nicht nach Schulden an, und genau darin liegt der Kern. Ab dem 20. November 2026 sieht das auch das Gesetz so: Was bisher wie eine Zahlungsart wirkte, ist dann auch rechtlich ein Kredit.

Hier erfährst du, was sich konkret ändert, was gleich bleibt und warum die Livito-Methode beim „Später bezahlen“ eine klare Haltung hat.

Was ändert sich am 20. November?

Deutschland setzt an diesem Tag die überarbeitete EU-Verbraucherkreditrichtlinie um. Laut Bundesregierung fallen damit Kleinkredite bis 200 Euro, zins- und gebührenfreie Kredite, Kredite mit einer Laufzeit bis zu drei Monaten und „Buy now, pay later“ erstmals unter die Schutzregeln für Verbraucherkredite. Das Bundesjustizministerium beschreibt „Buy now, pay later“ ausdrücklich als Zahlungsaufschub und damit als Kurzzeitkredit.

Für dich bedeutet das:

  • Kreditwürdigkeitsprüfung: Anbieter müssen vorher prüfen, ob du den Betrag zurückzahlen kannst, auch bei kleinen Summen. Vergeben werden darf der Kredit nur, wenn die Rückzahlung wahrscheinlich ist.
  • Klare Informationen: Kosten, Verzugszinsen und Mahngebühren müssen vorab klar genannt werden. Werbung muss darauf hinweisen, dass ein Kredit Geld kostet. Verboten ist Werbung, die so tut, als würde ein Kredit deine finanzielle Lage verbessern oder Ersparnisse ersetzen.
  • Widerrufsrecht: Du kannst auch kleine Kredite innerhalb von 14 Tagen ohne Begründung widerrufen.
  • Nachsicht bei Zahlungsproblemen: Gerätst du in Schwierigkeiten, muss der Anbieter dir entgegenkommen, etwa mit einer Stundung oder längeren Laufzeit, bevor er kündigt oder Geld eintreiben lässt.
  • Grenze für Wucherzinsen: Was Gerichte bisher als sittenwidrig eingestuft haben, steht jetzt im Gesetz. Gemeint sind Zinsen, die doppelt so hoch liegen wie der Marktzins oder 12 Prozentpunkte darüber.
  • Mehr Schutz beim Dispo: Die Bank kann ihn nur noch mit mindestens zwei Monaten Frist kündigen. Bevor sie vollstrecken darf, muss sie dir anbieten, den Betrag in zwölf gleichen Monatsraten zurückzuzahlen.

Für Käufe vor dem 20. November gelten noch die bisherigen Regeln, auch wenn die Raten danach weiterlaufen.

Was bleibt, wie es ist?

Der klassische Kauf auf Rechnung beim Shop selbst ist in der Regel nicht betroffen. Voraussetzung ist, dass er kostenlos ist und die Zahlungsfrist kurz bleibt. Nach Angaben des Händlerbunds liegt die Grenze bei 50 Tagen, für große Onlinehändler bei 14 Tagen. Läuft die Zahlung dagegen über einen Dienstleister wie Klarna oder PayPal, gelten die neuen Regeln.

Gut möglich, dass dir „Später bezahlen“ deshalb künftig seltener angeboten oder auch mal abgelehnt wird. Falls dir das passiert: Das ist kein Urteil über dich. Es ist ein Hinweis, der dich schützen soll.

Warum „später bezahlen“ eine Schuld ist

Die Angebote sind so gebaut, dass sich das Später kaum bemerkbar macht. Kein Antrag, kein Gespräch, nur ein Klick. Das ist bequem, aber es macht es auch leicht, den Überblick zu verlieren. Eine Umfrage der Finanzaufsicht BaFin unter knapp 5.000 Menschen zeigt, wie oft das passiert:

Ergebnis der BaFin-UmfrageAnteil
Zahlen online mit „Buy now, pay later“ (18 bis 60 Jahre)20 Prozent
Haben schon einmal den Überblick über offene Rechnungen verloren14 Prozent, unter 30 Jahren 24 Prozent
Haben schon mehr ausgegeben als geplant24 Prozent, unter 30 Jahren 38 Prozent
Mussten schon Mahngebühren zahlen26 Prozent
Haben einen Rechnungskauf nachträglich in Raten umgewandelt57 Prozent
Hatten offene Schulden aus „Buy now, pay later“ über 500 Euro12 Prozent

Das heißt nicht, dass alle, die so bezahlen, leichtsinnig sind. Es zeigt nur, wie leise aus einer Zahlungsart eine Schuld wird. Die Verbraucherzentrale formuliert es in ihrer Checkliste schlicht: Auch Ratenkäufe sind Schulden.

Auch im Großen ist die Entwicklung sichtbar. Laut SchuldnerAtlas 2025 der Creditreform sind 5,67 Millionen Erwachsene in Deutschland überschuldet, 111.000 mehr als im Jahr davor. Besonders stark gestiegen ist die Zahl bei den unter 30-Jährigen.

Was die Livito-Methode dazu sagt: ein klares Nein

„Jetzt kaufen, später bezahlen“ ist ein freundlicheres Wort für Verschuldung auf Raten. Die Livito-Methode rät davon ab, nicht ein bisschen, sondern klar. Die einzige Ausnahme ist die Finanzierung eines eigenen Zuhauses.

Der Grund ist die Reihenfolge. Schulden gehören getilgt, bevor du deinen großen Puffer aufbaust und für den Ruhestand vorsorgst. Jede neue Rate schiebt diese Schritte nach hinten. Warum der Schuldenabbau so früh kommt, steht in Erst Schulden tilgen oder erst sparen?

Dafür reicht eine einfache Regel: Kauf nur, was du heute bezahlen könntest. Wenn du auf Rechnung kaufst, weil du die Ware erst sehen möchtest, dann mit Geld, das schon auf deinem Konto liegt. Und bezahl, sobald du entschieden hast, sie zu behalten.

Wenn du schon Raten offen hast

Dann bist du in guter Gesellschaft, und es gibt einen klaren Weg heraus.

  1. Alles sichtbar machen. Öffne die Apps deiner Zahlungsdienste und schreib jede offene Rechnung und Rate auf, mit Betrag und Fälligkeit.
  2. Keine neuen dazukommen lassen. Wähl beim nächsten Einkauf eine Zahlungsart, bei der das Geld sofort abgebucht wird.
  3. Gezielt tilgen. Alle offenen Posten kommen auf deine Schuldenliste. Die kleinste fällt zuerst, wie bei der Schneeballmethode. Deinen Plan rechnest du mit dem Schuldenabbau-Rechner durch.

Wenn die Raten schon jetzt nicht mehr zu schaffen sind, ist eine Schuldnerberatung der bessere erste Schritt. Seriöse Stellen bei Verbraucherzentralen oder Wohlfahrtsverbänden sind kostenlos. Und durch die neuen Regeln muss dir der Anbieter bei Zahlungsschwierigkeiten entgegenkommen.

Gerade jetzt, vor der Black Week

Der Black Friday fällt dieses Jahr auf den 27. November, also eine Woche nach dem Stichtag. Rabatte und „Später bezahlen“ zusammen sind eine starke Mischung, weil sich ein Kauf dann gleich doppelt günstig anfühlt. Ein kurzer Moment Abstand hilft: Würdest du das auch kaufen, wenn das Geld heute abgebucht würde? Wenn ja, ist es eine Entscheidung. Wenn nein, ist es eine Schuld.

So sieht es die Livito-Methode

„Später bezahlen“ ist eine Schuld, auch wenn es sich nicht so anfühlt. Die Livito-Methode rät klar davon ab, mit einer einzigen Ausnahme: dem eigenen Zuhause. Alle anderen Schulden gehören getilgt, bevor der große Puffer und die Altersvorsorge kommen. Die einfachste Regel dafür: Kauf nur, was du heute bezahlen könntest.

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So rechnest du das für deine eigenen Zahlen durch.

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Der nächste Schritt

Du hast schon offene Raten? In welcher Reihenfolge du sie am schnellsten loswirst, liest du hier.

Schneeball oder Lawine: in welcher Reihenfolge Schulden tilgen?

Häufige Fragen

Quellen

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