Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Stand: 4. November 2026

Kurz gesagt

Die Monatsrate für dein Zuhause sollte höchstens 30 Prozent deines Haushaltsnettos betragen, dazu bringst du 30 Prozent Eigenkapital plus alle Nebenkosten mit. Bei 3.000 Euro netto reicht das für einen Kaufpreis von rund 220.000 Euro. Banken rechnen oft großzügiger, die Livito-Methode bewusst nicht.

Wo stehst du? Teil von Stufe 4: Altersvorsorge

Wer ein Zuhause kaufen möchte, fragt meist zuerst die Bank. Die Bank rechnet aus, wie viel Kredit sie dir geben kann. Das ist eine andere Frage als die, wie viel Haus zu deinem Leben passt. Die Livito-Methode beantwortet die zweite. Als meine Frau und ich zum ersten Mal ernsthaft über ein eigenes Zuhause gesprochen haben, war die erste Zahl, die uns jemand nannte, die der Bank. Sie war deutlich höher als die, mit der wir ruhig geschlafen hätten.

Die Faustregel: höchstens 30 Prozent vom Netto

Die Livito-Methode fasst den Kauf in drei Zahlen, der 30/20/30-Regel:

  • Höchstens 30 Prozent deines Haushaltsnettos für die monatliche Rate.
  • 30 Prozent Eigenkapital vom Kaufpreis, zusätzlich zu allen Kaufnebenkosten.
  • 20 Jahre Zinsbindung, damit die Rate lange planbar bleibt.

Viele Rechner im Netz setzen für die Rate 35 bis 40 Prozent an. Das ist die Grenze dessen, was eine Bank gerade noch finanziert. Die Livito-Methode zieht die Grenze früher, weil neben der Rate noch ein ganzes Leben bezahlt werden will.

So viel Haus passt zu deinem Einkommen

Aus den drei Zahlen lässt sich für jedes Einkommen ein Rahmen ableiten. Die Tabelle zeigt, welcher Kaufpreis zur 30-Prozent-Rate passt und wie viel Eigenkapital du dafür brauchst.

HaushaltsnettoRate (30 Prozent)DarlehenKaufpreisEigenkapital inklusive Nebenkosten
2.000 €600 €rund 102.900 €rund 147.000 €rund 58.800 €
3.000 €900 €rund 154.300 €rund 220.000 €rund 88.200 €
4.000 €1.200 €rund 205.700 €rund 294.000 €rund 117.600 €
5.502 €1.651 €rund 283.000 €rund 404.000 €rund 161.700 €

Gerechnet ist mit 4,5 Prozent Zins bei 20 Jahren Zinsbindung, 2,5 Prozent anfänglicher Tilgung und Kaufnebenkosten von 10 Prozent. Laut Dr. Klein lagen die besten Bauzinsen im Oktober 2026 je nach Zinsbindung zwischen 4,16 und 4,71 Prozent. Die letzte Zeile entspricht dem mittleren Haushaltsnetto einer Familie mit Kindern in Deutschland.

Nach 20 Jahren ist bei diesen Annahmen noch rund ein Fünftel des Darlehens offen. Dafür brauchst du dann eine Anschlussfinanzierung, die du entspannt angehen kannst, weil der größte Teil getilgt ist.

Warum nicht 35 oder 40 Prozent?

Die Rate ist nicht alles, was ein Zuhause kostet. Als Eigentümer:in zahlst du Grundsteuer, Versicherung und Heizung selbst. Dazu kommen Reparaturen, die niemand ankündigt: das Dach, die Heizung, die Fenster. Eine Rücklage dafür gehört von Anfang an in die Rechnung.

Auch das Leben hält sich nicht an den Finanzierungsplan. Ein Kind kommt, jemand arbeitet eine Zeit lang in Teilzeit, ein Job fällt weg. Bei 30 Prozent bleibt Luft, um so eine Phase aufzufangen. Bei 40 Prozent wird jede Veränderung sofort eng.

Und schließlich läuft deine Altersvorsorge weiter. Die Livito-Methode sieht dafür mindestens 12 Prozent deines Nettos vor, wie Wie viel sollte ich für die Rente sparen? zeigt. Rate und Vorsorge zusammen liegen damit schon bei 42 Prozent. Alles andere muss vom Rest bezahlt werden.

Was die Bank prüft und was du selbst prüfen solltest

Die Bank schaut auf deine Bonität und eine Haushaltsrechnung. Sie will wissen, ob du die Rate zahlen kannst. Ob du danach noch ruhig schläfst, prüft sie nicht. Drei Fragen helfen dir dabei:

  1. Bleibt dein Puffer unangetastet? Der Puffer von mindestens vier Monatsausgaben gehört nicht ins Eigenkapital. Gerade in den ersten Jahren im neuen Zuhause brauchst du ihn.
  2. Läuft deine Altersvorsorge weiter? Ein Zuhause ersetzt keine Vorsorge. Die 12 Prozent bleiben neben der Rate bestehen.
  3. Hast du die Rate schon einmal gezahlt? Überweis ein halbes Jahr lang jeden Monat den Unterschied zwischen deiner heutigen Miete und der künftigen Rate auf ein Tagesgeldkonto. Klappt das ohne Verzicht, der weh tut, passt die Rate. Das gesparte Geld wird nebenbei zu Eigenkapital.

Wenn die Zahl kleiner ist als gedacht

Das ist der häufigste Moment, in dem Menschen anfangen, die Regeln zu biegen: ein paar Prozent mehr Rate, etwas weniger Eigenkapital, eine kürzere Zinsbindung. Jede dieser Stellschrauben macht die Finanzierung anfälliger.

Die besseren Wege sind unspektakulär. Ein paar Jahre länger sparen. Kleiner oder in einer anderen Gegend kaufen. Eine Wohnung statt eines Hauses. Oder weiter mieten, bis die Zahlen passen. Das ist keine Niederlage, sondern eine Entscheidung für Ruhe.

Deinen eigenen Fall rechnest du mit dem Immobilien-Rechner durch. Er prüft Rate und Eigenkapital gegen die Livito-Richtwerte und zeigt dir die Restschuld nach der Zinsbindung. Einen Überblick über das ganze Thema findest du in Ein eigenes Zuhause.

So sieht es die Livito-Methode

Höchstens 30 Prozent deines Haushaltsnettos für die Rate, 30 Prozent Eigenkapital plus alle Nebenkosten, 20 Jahre Zinsbindung. Diese 30/20/30-Regel ist strenger als das, was Banken rechnen, und genau das ist ihr Zweck. Neben der Rate bleibt Platz für deinen Puffer, deine Altersvorsorge und das Leben. Ein Zuhause soll dir Ruhe geben, nicht nehmen.

Passender Rechner

Immobilien-Rechner

So rechnest du das für deine eigenen Zahlen durch.

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Der nächste Schritt

Woher die 30 Prozent Eigenkapital kommen und warum die Nebenkosten extra zählen, liest du hier.

Wie viel Eigenkapital brauchst du für den Hauskauf?

Häufige Fragen

Quellen

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